Schüler
   

Aktuelles
   

Mehr Infos
   

Die Geschichte der Hellweg-Schule:

>>weiter: Rückschläge<<

Wegen der angespannten Finanzlage des Staates in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg war auch das Oberlyzeum nicht von Sparmaßnahmen verschont. Unter den Lehrkräften waren einige, die hauptamtlich am Jungengymnasium unterrichteten und aus Kostengründen am Oberlyzeum aushelfen mussten. Schulleiter Ochel war in den Jahren 1931 /32 sogar gezwungen, die Physiker einen Teil ihrer Apparaturen selber bauen zu lassen. Darüber hinaus wurden vom 1. Oktober 1931 an keine Schulamtsbewerberinnen mehr beschäftigt. Ein Studienassessor und der Pfarrer für den evangelischen Religionsunterricht wurden aus dem Schuldienst entlassen.

In den folgenden Jahren wurde aus Ersparnisgründen die Anzahl der Klassen von ursprünglich neun im Jahre 1931 auf sieben im Jahre 1935/36 reduziert. Bald nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden die Kuratorien des Gymnasiums und des Oberlyzeums sowie die Lehrerkollegien angewiesen, sich in der Arbeitsgemeinschaft für "Nationalsozialistische Pädagogik" zusammenzuschließen.

Der Einfluss nationalsozialistischer Politik machte sich aber auch anderweitig bemerkbar.
So wurde das Lyzeum am 20. März 1937 in "Deutsche Oberschule für Mädchen (sprachliche Form)" umbenannt. Darüber hinaus gingen sämtliche schulische Befugnisse des vorher vereinigten Kuratoriums in die Hände des Oberbürgermeisters Petri über (15. Januar 1938).
Schon vor 1938 hatte Direktor Ochel die Schule verlassen und war als kommissarischer Leiter an das Wattenscheider Jungengymnasium gewechselt, wo er am 1. April 1936 zum Studiendirektor ernannt wurde. Nachfolger Erwin Otto, am 12. September 1938 zum Studiendirektor ernannt, musste ebenfalls den Einfluss der Politik auf das Leben der Schule zur Kenntnis nehmen. Neben dem normalen Unterricht waren die Beteiligung an Sammlungen, Zusammenkünften usw. an der Tagesordnung.

Die von der Schule veranstaltete Ausstellung vom 15. November 1938 "Die Schule und der Vierjahresplan", zentral für das ganze Reich angeordnet, war eine solche Aktion. Hierzu Auszüge aus dem Jahresbericht der Schule:
"Unter dem Führerbild war die ,Jungmühle' an die Wand geheftet, ein langer bunter Fries, in dessen Mitte eine Windmühle aufgeklebt war; die Flügel bildeten ein Hakenkreuz. Von links eilt alles Mögliche in die Mühle hinein: Papierfetzen, Stoffreste, Silberpapier, Blechdosen, Abfälle aller Art. Auf der rechten Seite enteilen diese Abfallstoffe als Gebrauchsgegenstände aller Art: Spielzeug, Kinderwagen, Flugmaschinen, Werkzeug, Panzerwagen, Kanonen. Sorgfältig ausgeschnitten aus Buntpapier und sauber aufgeklebt ist diese Gemeinschaftsarbeit der Klasse 4 eine zwar lustige, aber äußerst anschauliche und eindringliche Mahnung: Sammelt Altmaterial!"

 

 

 

Übersicht