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Die Geschichte der Hellweg-Schule:

Fortsetzung: >>Lehrpläne<<

Die Schule selbst stattete die Stadt 1895 mit einem Zuschuss von 300 Mark aus, der aber nur zu einem Drittel beansprucht wurde. Erst 1899 "verbrauchte" die Mädchenschule einen Zuschuss von rund 3000 Mark, der allerdings dem etwa zehnfach höheren Zuschuss für die Jungenschule gegenübergestellt werden muss.

>>Lyzeum<<

Am 9. Mai 1903 starb die Gründerin der Schule, Elise Schröder, im Alter von 55 Jahren. Zur neuen Direktorin wurde ein Jahr später Frl. Maria Sasse ernannt. Sie prägte den nächsten wichtigen Abschnitt in der Geschichte der Schule, der mit dem Jahre 1908 begann. In diesem Jahr bekam die höhere Mädchenschule den Rang einer "gehobenen Mädchenschule" und drei Jahre später den Rang eines "Lyzeums" zugesprochen.

Der Aufstieg der Schule ging einher mit der im Jahre 1908 eingeleiteten preußischen Mädchenschulreform, die die bis dahin sich selbständig entwickelnde Mädchenbildung der Jungenbildung anpasste. Da per Erlass vom 11. Oktober 1913 die Universitäten auch für Frauen geöffnet wurden, konnten die Absolventinnen des Wattenscheider Lyzeums zumindest rein theoretisch nach dem Besuch eines Oberlyzeums ein Studium beginnen.

>>Reform und Wirklichkeit<<

In der Praxis war jedoch ein derartiger Weg nicht so einfach zu bewältigen. Zum einen konnten die Absolventinnen des Lyzeums kaum damit rechnen, in die Obersekunda eines Oberlyzeums der Nachbarstädte aufgenommen zu werden, da die vorhandenen Plätze grundsätzlich erst einmal für einheimische Schülerinnen reserviert waren. Zum anderen klaffte zwischen dem bildungstheoretischen Anspruch und der Realität immer noch eine große Lücke: von den schon einmal erwähnten Idealen der Frauenbildung hatte man sich kaum entfernt. So konnte z. B. bei der Eröffnung einer Mädchenmittelschule (Lyzeum) in Essen der Redner; Dr. phil Otto D'ham, Königlicher Schulrat, immer noch folgendermaßen über die Aufgabe einer im Lyzeum ausgebildeten Frau dozieren : "Der Schauplatz, auf dem sich an erster Stelle die Stätte der Wirksamkeit des weiblichen Lebens und Wirkens erhebt, ist das Haus und die Familie. In diesem engen, aber für das Familien-, Gemeinde- und Staatsleben hochbedeutsamen Kreis hat die göttliche Vorsehung die Frau hingewiesen." Erst in zweiter Linie und immer noch im Schatten des Mannes hat die Frau auch erwerbsfähig zu sein. In vielen Betrieben führt sie "den geschäftlichen Briefwechsel, sie vermittelt den Verkauf und den Verkehr mit den Kunden, sie überwacht die Tätigkeit der Gehilfen (...), kurz, in vielen Geschäften ist die Frau das belebende und fördernde Element".

 

 

 

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