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Fortsetzung: >>Aus dem
Schulleben<<
In Mitteilungen an die Schülerinnen und
deren Eltern finden sich 1913 u. a. folgende Punkte, die das
Leben an der Schule ein wenig ausleuchten und erstaunliche
Parallelen zur heutigen Zeit aufweisen:
- Die Schülerinnen haben sich pünktlich,
aber höchstens 10 Minuten vor Beginn des Unterrichts, im
Schulgebäude einzufinden.
- Es ist schon wiederholt vorgekommen, dass Bücher, Schirme
etc. vertauscht wurden oder in der Schule zurückblieben
ohne dass die Besitzerinnen sich meldeten. Zur Vermeidung
der sich hieraus ergebenden Übelstände ist es
erforderlich, dass alle Gegenstände mit dem Namen der
Schülerinnen versehen sind.
- Da das durch die Neuordnung bedeutend erhöhte
Unterrichtsziel des Lyzeums nur durch fleißiges Arbeiten
der Schülerinnen erreicht werden kann, so sollten die
Eltern darauf achten, dass die Kinder die häuslichen
Arbeiten täglich gewissenhaft und gut erledigen. Die beste
Arbeitszeit ist zweifellos zwischen 4 ½ und 6 ½ Uhr
nachmittags, nachdem die Schülerinnen zuvor sich von den
Anstrengungen des Morgens in frischer Luft gründlich erholt
haben. Das Arbeiten nach dem Abendessen ist möglichst zu
vermeiden, da es leicht den Schlaf beeinträchtigt.
- Die Eltern werden ferner herzlich gebeten, die Lektüre
ihrer Töchter zu überwachen und sie von zweifelhaften
kinematographischen Vorführungen fernzuhalten. Der Besuch
von Konditoreien, Theatern, Kinematographen und ähnlichen
öffentlichen Veranstaltungen ist unseren Schülerinnen nur
in Begleitung erwachsener Angehöriger gestattet."
In der Klasse I (heute 10) schrieb man zu dieser Zeit im
Fach Deutsch u.a. Aufsätze zu folgenden Themen:
"Kann uns zum Vaterland die Fremde werden?"
"Charakter der deutschen Soldaten, geschildert von
einem Franzosen".
"Die Unbeständigkeit des Glückes in der Geschichte
und Dichtung".
In freier Rede wurden die Themen referiert:
"Eine Reise dritter Klasse nach Paris".
"Die Ermordung Cäsars".
"Nach welchen Gesichtspunkten können wir die
Menschenrassen bestimmen?" |